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Die Biotopkartiergruppe Filderstadt

ist eine ehrenamtlich tätige Arbeitsgruppe von Bürgern, die sich im Natur- und Artenschutz und der Landschaftspflege in Filderstadt engagieren.

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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

Dezember 2022: Der Dachs ( Meles meles )

 

Dachs

Den Dachs braucht man eigentlich nicht vorzustellen, ihn kennt "fast jeder". Auf Nachfrage erfährt man dann aber, dass die weitaus meisten Zeitgenossen noch nie einem lebendigen Dachs begegnet sind. Das hat nachvollziehbare Gründe: die Tiere sind scheu, wohnen in Höhlen bzw. Bauten, sind meistens in der Dämmerung oder nachts aktiv (wenn sich "anständige Bürger" in ihren eigenen vier Wänden aufhalten) und können jetzt - in der kalten Jahreszeit - ihre "Winterruhe" pflegen.

Allgemeines / Merkmale: Dachse sind Raubtiere und gehören zur Familie der Marder. Mit einer Körperlänge von 70 - 80 cm und einem Gewicht von bis zu 17 kg wirken die erwachsenen Tiere gedrungen und etwas massig, wozu auch der relativ kleine Kopf und die graue Grundfärbung des Fells beitragen. Auffällig ist allein die schwarz-weiße Gesichtszeichnung.
Der Bestand der Dachse gilt als ungefährdet, was auch an der relativ hohen Lebenserwartung liegt (sie können bis zu 15 Jahre alt werden).

Dachsbauten: Die selbstgegrabenen Bauten bzw. Höhlen findet man auch in Filderstadt an Hängen abgelegener Waldgebiete. Mit ihren Pfoten und den kräftigen, nach unten gebogenen Krallen legen Dachse ihre Erdbauten an, die oft aus zahlreichen Kesseln, Tunneln und Gängen bestehen. Die Baue können Jahrzehnte alt sein und sich über mehrere Stockwerke erstrecken; in der Nähe kann man kleine, kotgefüllte Löcher ("Abtritte") finden. Es ist durchaus nicht selten, dass Dachse und Füchse gemeinsam nebeneinander wohnen (lautstarke Auseinandersetzungen inbegriffen).

Winterruhe: Je nach Wetterlage kann die Winterruhe der Dachse unterschiedlich lang sein: sie kann von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten andauern, und kann auch unter bestimmten Umständen unterbrochen werden. Aufgrund seines Fettvorrats kann der Dachs in schnee- und frostreichen Winterperioden bis zu drei Monate lang ohne Nahrung auskommen!

Nahrung: Dachse sind Allesfresser, sie bevorzugen jedoch vegetarische Kost (Fallobst, Beeren, Wurzeln, Samen und Pilze), auch Maiskolben sind sehr beliebt. Kleinere Tiere wie Schnecken, Regenwürmer, Insekten und Mäuse werden ebenfalls nicht verschmäht - und als Delikatesse frisst er auch die Gelege bodenbrütender Vögel.

Fortpflanzung: Die Paarung der Dachse findet meistens im Hochsommer statt; der Nachwuchs kommt dann erst im Februar/März blind zur Welt. Zwei bis drei Monate später erkunden die Jungen neugierig die Umwelt ihres Baus. Da sie unerfahren sind, werden sie oft zu Opfern des Straßenverkehrs: als in den 1980er-Jahren die neue, vierspurige B27 durch Filderstadt gebaut wurde, wurden leider viele Jungdachse aus einem Bau in der nahegelegenen Scherlach-Hecke zu Verkehrsopfern.

Was sonst noch? Dachse können zwar sehr scheu sein - von Zeit zu Zeit sind sie aber auch neugierig und zutraulich, wenn sie Ihre Umgebung erkunden und bisher Unbekanntes kennenlernen wollen.
Dachse legen keinen Wert auf gute Tischmanieren. Lautes Schmatzen, Grunzen oder Schlürfen ist ein Zeichen des Wohlbehagens . . . und ähnelt unseren menschlichen Urinstinkten.
Dachse sind "Familienmenschen": oft gehören der Nachwuchs des lfd. Jahres sowie die Jungdachse des vorherigen Jahres zum großen Familienverband.
Mit ihrem abgesetzten Kot betreiben die Dachse ihre Kommunikation untereinander: mit den Duftstoffen unterschiedlicher Drüsen werden anderen Dachsen Reviergrenzen aufgezeigt.

Quellen: wikipedia, www.deutschewildtierstiftung.de

Text: Eberhard Mayer, Foto: berti100 / pixelio.de


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