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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

Mai 2019: Der Weißdorn ( Crataegus )

Weißdorn

Crataegus, Weißdorn, Hagedorn, Rosaceae, engl. thorn, frz. aubépine

Heilpflanze des Jahres 1990, Arzneipflanze des Jahres 2019

Arten:

  • Eingriffeliger Weißdorn, Crataegus monogyna
  • Zweigriffeliger Weißdorn, Crataegus laevigata
  • Großfrüchtiger Weißdorn, Crataegus.macrocarpa, cruss-galli
  • Rotblühende Zierformen, Crataegus.coccinea, laevigata Pauls Scarlet, lavallei

Der Weißdorn ist heimisch in Europa, Westasien, Nordafrika. Er wurde schon von Theophrast von Hohenheim beschrieben.


Die Bestimmung der Wildformen ist nicht immer einfach, da Crataegus-Arten untereinander bastardieren können. Sie können bis 5 m hoch und 500 Jahre alt werden.

Bevorzugte Standorte sind Gebüsch- und Laubwald-Gesellschaften. Er liebt schwach saure bis alkalische Böden und verträgt Trockenperioden, aber keine Staunässe. Im Landschaftsbau wird er als Rohbodenbefestiger eingesetzt wegen seiner tiefreichenden und weitreichenden Wurzeln.

Die weiße Blüte zeigt die Verwandtschaft zur Schlehe (Schwarzdorn), das Ende des Vollfrühlings an (Aufgang der Frühkartoffel). Sie riecht unangenehm nach Heringslake. An der Blüte können anhand der Griffelzahl die Arten unterschieden werden. In Filderstadt sind Weißdorne in vielen Feldhecken und Feldgehölzen zu finden. In der Nähe von Streuobstwiesen ist er nicht gern gesehen, da er anfällig ist für Feuerbrand und Unterschlupf für Obstbaumschädlinge bietet. Er ist aber wichtig als Vogelschutz - und Nistgehölz (Rotrückenwürger = Neuntöter).

Weißdorn

Die Früchte reifen September-Oktober und sind reich an Vitamin C. Daher werden sie gerne zu Marmelade verarbeitet (Hägenmark).

Das Holz ist hart und schwer und als Drechselholz geschätzt. Im Mittelalter dienten Weißdornzweige zur Zauberabwehr und wurden zum Schutz des Viehs über Stalltüren genagelt.

Zweige von Weißdorn und Schlehen werden in Gradierwerken von Solebädern eingebaut. Die über die Zweige rieselnde Sole wirkt heilend bei Lungenerkrankungen.

Auszüge aus Früchten und Blättern werden in der Heil- und Arzneikunde zur Leistungssteigerung des Herzmuskels eingesetzt. Wirkstoffe sind Flavonoide, Procyanidine und Triterpene. Dabei unterscheidet sich die Wirkungsweise von Crataegus grundlegend von Digitalis.

Quellen:
Ehlers, Baum und Strauch in der deutschen Landschaft ,1960
Theo Müller, Schwäbische Flora, 2011
Bianchini, Corbetta, Der Große DLV Heilpflanzenatlas 1983

Text: Uli Bessing, Fotos: pixelio.de: (angieconscious, Bernd Kasper)


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