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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

Juni 2024: Die Blutwurz ( Potentilla erecta )

 

Blutwurz

Die Blutwurz (auch Tormentill oder Aufrechtes Fingerkraut genannt) ist eine kleine Fingerkrautart. Sie kommt aber in diesem Jahr ganz groß heraus: Als Arzneipflanze 2024 wird ihre therapeutische Bedeutung gewürdigt.

Die Staude wächst niederliegend bis 30 cm hoch. Dabei sind die dreiteiligen, gestielten Grundblätter als Rosette angeordnet. Von Mai bis August erscheint jeweils eine einzige gelbe Blüte. Dabei hat die Blüte vier symmetrische Blütenblätter. Dadurch ist die Blutwurz leicht von anderen Fingerkräutern ( 5 Blütenblätter) zu unterscheiden. Potentilla erecta hat (wie andere Fingerkräuter) ein auffälliges Rhizom. Beim Anschneiden verfärbt sich dieses rot (daher der Name!). Das Rhizom enthält bis zu 20 % Gerbstoffe (Catechine).

Traditionell werden die Rhizome als Blutwurzeln gesammelt. Getrocknet ergeben Sie einen gerbstoffhaltigen Tee gegen Durchfallerkrankungen und Schleimhautentzündungen. Hauptsächlich werden Blutwurzeln aber mit Schnaps angesetzt und als Digestiv getrunken. Der typische badische "Rossler" ist ein Blutwurz auf der Basis von Topinambur-Destillat. Aus Naturschutzgründen sollten heute keine Wildsammlungen von Potentilla erecta mehr erfolgen. Im Handel ist die getrocknete Wurzel aus naturnahem Anbau erhältlich.

Lebensraum der Blutwurz sind Heiden, Borstgraswiesen und Moore. In Filderstadt kommt die Blutwurz noch an verschiedenen Stellen vereinzelt vor. Hier ist sie eine wichtige Zeigerart für nährstoffarme, extensive Standorte wie etwa die Haberschlai-Heide. Am Rückgang der Blutwurz lassen sich sehr früh negative Veränderungen der Biotope (Pflegefehler, Nährstoffeintrag, Bodenverdichtung…) erkennen.

Achten Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang auf die kleine, unscheinbare, aber umso wertvollere Potentilla erecta! Viel Spaß!

Quellen:
Fitter et al: Pareys Blumenbuch
Schaffner et al: Godet Heilpflanzenkompendium

Text und Foto: Carsten Wagner


Hinweis:

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