Winter 2011 Albblick Gelb- / Goldstern Karcherbirnenernte

Die Biotopkartiergruppe Filderstadt

ist eine ehrenamtlich tätige Arbeitsgruppe von Bürgern, die sich im Natur- und Artenschutz und der Landschaftspflege in Filderstadt engagieren.

----->> Hier direkt zu näheren Informationen <<----

Aktuelle Informationen:                                       

 

 

Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

Januar 2020: Das Eichhörnchen ( Sciurus vulgaris )

Eichhörnchen

Wer kennt sie nicht, die flinken, lustigen Gesellen, die kopfüber stammauf und abwärts kletternden Kobolde, welche rastlos durch unsere Parks und Wälder jagen? Schon von Kind auf sind wir begeistert vom unterhaltsamen Treiben der roten und braunen Flitzer. Alle kennen die beliebten Eichhörnchen oder Eichkatzen bestens - und doch existiert viel Unwissen und manches Vorurteil über die gewandten und cleveren Tierchen. Beispiele:

Warum soll das Eichhörnchen als "Art des Monats Januar" dienen?
Die halten doch jetzt ihren Winterschlaf!

Falsch geraten! Es ist ein altes Vorurteil, dass Eichhörnchen einen ausgedehnten Winterschlaf in ihrem warmen, weich gepolsterten Nest = Kobel pflegen. In Wirklichkeit halten die Tiere lediglich eine "Winterruhe", das heißt: sie schlafen dann mehr und länger als in der warmen Jahreszeit. Sie sind aber auch im Winter fast täglich wenige Stunden aktiv, suchen ihre im Herbst angelegten Futtervorräte auf oder "überfallen" von Menschen angelegte Futterstellen in Gärten, Parks und an Waldrändern.

Was bedeutet die Redewendung: "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen"?

Eichhörnchen besitzen nur geringe Fettreserven. Da sie auch im Winter fast täglich unterwegs sind, benötigen sie - wie wir Menschen auch - "was ordentliches zwischen die Kiemen". Dieser Bedarf wird durch energiereiche Nahrung gedeckt: z.B. durch Früchte und Samen von Buche, Eiche, Kiefer, Ahorn, Fichte und Kastanie, vor allem aber durch Nüsse. Wo aber sollen diese Früchte im Winter herkommen? Die cleveren Tierchen verstecken ihren Winterbedarf bereits im Herbst an sicheren Stellen, z.B. im Boden, in hohlen Bäumen oder in Baumritzen. Allerdings kann es vorkommen, dass sie diese bei hohen Schneelagen nicht mehr erreichen oder - trotz guten Geruchssinns - einfach nicht mehr wiederfinden. Und dann beginnt die mühsame Ernährungssuche . . .

Übrigens: mit dem Verstecken (und nachfolgendem Vergessen) tragen Eichhörnchen zur kostenlosen Verbreitung vieler einheimischer Baum- und Straucharten bei.

Bei uns gibt es zwei verschiedene Eichhörnchen-Arten: eine rötliche und eine dunkelbraun gefärbte Rasse!

Wieder falsch! Weltweit gibt es zwar 29 verschiedene Eichhörnchen-Arten, bei uns ist aber nur eine Art, das (Europäische) Eichhörnchen, heimisch. Die Farbe der Felloberseite kann variieren von Hellrot (häufiger) bis Dunkelbraun (seltener), ohne dass es sich dabei um unterschiedliche Arten oder Rassen handelt. An den Farbunterschieden lässt sich weder das Geschlecht (männlich / weiblich), noch die Herkunft (einheimisch / zugewandert) oder gar die Religionszugehörigkeit (evangelisch / katholisch) ableiten: wie bei uns Menschen gibt es eben auch bei Eichhörnchen Rothaarige und Brünette!

Was ist eigentlich richtig: Sind Eichhörnchen niedlich und sympathisch oder sind sie - wie manche Leute behaupten - böse und schlimme Nesträuber?

Weder noch!! Wir Menschen denken da sehr vereinfachend, oft auch zu sympathie-getragen. Es kann nicht darum gehen, ob wir eine bestimmte Tier- oder Pflanzenart als sympathisch oder unsympathisch empfinden. Beim Eichhörnchen werden (durch den Menschen) fast alle Eigenschaften als sympathisch betrachtet; "negative" Nebenerscheinungen wie das Ausrauben von Vogelnestern werden als seltener Betriebsunfall empfunden und verdrängt. Dabei ist die gelegentliche Nestplünderung ein natürlicher Vorgang, welche dem Nahrungserwerb und damit dem Erhalt der Art dient.

Was sonst noch interessiert . . .

Eichhörnchen zählen zur Familie der Nagetiere, werden von Kopf bis Schwanzspitze ca. 35 bis 45 cm lang und können 7 bis 10 Jahre alt werden (im Schnitt aber nur 3 Jahre). Nach der Paarung kommen zwischen März/April bis Juli/August ein bis sechs Jung-Hörnchen zur Welt, die im Kobel großgezogen werden. Die meiste Zeit des Jahres leben die Tiere als Einzelgänger.
Für das Leben in Bäumen sind die Eichhörnchen bestens gerüstet und ausgestattet: sie können sehr geschickt und wendig klettern, sich stammauf und -abwärts bewegen, auf dünnen Ästchen entlang turnen und vier bis fünf Meter weit springen. Ihre größten Fressfeinde sind der Baummarder und der Habicht; es kommt aber auch vor, dass sie unter Epidemien leiden oder von Parasiten befallen werden.

Bei Fütterung bitte beachten: wegen der möglicherweise enthaltenen Blausäure keine Mandeln auslegen, gewürzte und gesalzene Nüsse meiden, keine angeschimmelten Früchte verfüttern.

Text: Eberhard Mayer, Foto: Artur Calmbacher


Hinweis:

Die vorhergehenden Beiträge (über 110 Stand 2019) "Art des Monats" können jahrgangsweise oder einzeln im Archiv (hier klicken) dieser Homepage nachgelesen werden.



Home nach oben

© Biotopkartiergruppe. Alle Rechte für Texte und Fotos vorbehalten.