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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

Juni 2022: Karthäuser Nelke ( Dianthus carthusianorum )

 

Karthäuser Nelke

Wer Mitte Mai bis etwa September auf Filderstädter Gemarkung durch den Altenheimpark St. Vinzenz oder die Hanglagen im Bechtenrain läuft, kann einer imposanten leuchtend rot gefärbten Pflanze begegnen, der süß duftenden Karthäuser Nelke.

Sie wiegt sich in bis zu 50 cm Höhe im Wind, ist kahl und hat schmale, lanzettliche 2-4mm breite Blätter, die am Grunde verwachsen sind. Das Köpfchen besteht markant aus bis zu 10 Knospen, die nacheinander aufblühen: Der röhrige Kelch weitet sich platt abgespreizt in 5 purpurrote und noch dunkler geaderte Blütenblätter, die vorne gezackt und (Unterscheidungsmerkmal!) dreieckig sind mit einem Durchmesser von etwa 2cm. Unter den Blüten befindet sich ein bräunlicher, trockenhäutiger Kelch. Typisch für Nelken entstehen aus den befruchteten Blüten Kapselfrüchte mit vielen feinen Samen. Durch diesen Blütenaufbau ist sie bei Tagfaltern sehr beliebt: aufrecht gestellt, eng gebaute Röhre und tief verborgener Nektar.

Die Karthäuser Nelke liebt sonnige, warme Hänge auf Kalk- und Silikat-Trockenrasen und ist auch in Gräben, an Wegböschungen und Waldrändern zu finden. Sie ist geschützt und durch den Rückgang extensiver Schafweiden stark gefährdet. "Fette" Wiesen behagen ihr nicht, dort ist zu viel Stickstoff enthalten. In Baden-Württemberg ist sie hauptsächlich im Oberrhein- und Muschelkalkgebiet zu finden sowie auf der Schwäbischen Alb.

Schon früh wurde die Karthäuser Nelke als Heilpflanze in Klostergärten kultiviert, woher sie vermutlich ihren Namen hat. Das Kauen der Blüten soll u.a. Zahnschmerzen lindern, jedoch ist der Gehalt der darin enthaltenen Saponine und Eugenol in Gewürznelken ein Vielfaches höher, deshalb: Stehen lassen!

Es spricht viel dafür, sie in unseren Gärten zu kultivieren, da sie ein einheimisches Gewächs und dort anspruchlos ist. Also gut geeignet für Steingärten, Dachbegrünungen und Blumenbeete. Sie benötigt lediglich einen kalkigen, sonnigen, nährstoffarmen, trockenen Bereich, vermehrt sich leicht selber aus Samen, ist winterhart, eine haltbare Schnittblume, Heilpflanze, Pollenlieferant für Wildbienen und Futterquelle für Schmetterlinge. Viel Freude damit!

Text: Marion Schacke-Schreiber, Foto: Hartmut Spahr


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