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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

April 2020: Die Wiesen-Schlüsselblume ( Primula veris )

Schlüsselblume

Die Wiesen-Schlüsselblume wurde von der Loki-Schmidt-Stiftung zur Blume des Jahres 2020 erwählt.

Alle Primula-Arten sind geschützte Pflanzen. Sie sind noch nicht vom Aussterben bedroht, aber gefährdet. Die Wiesen- oder Echte Schlüsselblume - auch Duftende Primel, Arzneiprimel, Badenke oder Himmelsschlüssel genannt - blüht, wie der lateinische Name sagt, im zeitigen Frühjahr. In Primula steckt das lateinische Wort prima = die erste, die frühe und veris bedeutet wahr, wahrhaftig.

In Filderstadt kommt die Wiesen-Schlüsselblume auf trockenen Wiesen und an Waldrändern oft zusammen mit der etwas häufigeren Hohen Schlüsselblume (Primula elatior) vor. Es gibt Bastarde (Hybriden) zwischen beiden Arten, die dann nicht einfach zu bestimmen sind.

Bei der Wiesen-Schlüsselblume erwachsen aus einer Blattrosette mit länglich pfeilförmigen Blättern 5 bis 20 dottergelbe, duftende Blüten in einer einfachen einseitswendigen Dolde auf aufrechten Stängeln. Die einzelne Blüte hat die Form eines Schlüssels und die nach einer Seite geneigte Dolde ähnelt einem Schlüsselbund.


Die Wiesen-Schlüsselblume ist eine ausdauernde Pflanze mit senkrechtem Rhizom. Sie wird von kleinen, frühen Insekten bestäubt und vermehrt sich durch winzig kleine Samen. Die beiden Schlüsselblumen-Arten sind an folgenden Merkmalen zu unterscheiden:

Schlüsselblume
  • Die Wiesen-Schlüsselblume hat länglich pfeilförmige Blätter, bauchig glockenförmige Kelchblätter, die Blütenblätter sind dottergelb mit 5 kräftig orangefarbenen Schlundflecken.
  • Die Hohe Schlüsselblume hat länglich eiförmige Blätter, blaß goldfarbene Blütenblätter ohne Schlundflecken, ist jedoch in der Blütenmitte etwas dunkler.

Zu erwähnen ist noch die Bedeutung als Arzneipflanze. Verschiedene Wirkstoffe der Wiesen-Schlüsselblume verflüssigen den Schleim in Bronchien und Nase und sind deshalb unter anderem in Husten- und Erkältungsmitteln enthalten.


Zum Schluß noch ein Gedicht von Heinrich Waggerl:

    Wenn Gott zum lieben Osterfest
    die Himmelsschlüssel sprießen läßt
    für jede arme Seele einen.
    Dann finden aber jene keinen,
    die sich zur Lebzeit schon erkeckten
    und welche auf die Hüte steckten.
    Oh Mensch, denk an dein eignes Grab,
    brich keine Schlüsselblume ab!

Dies mag nicht für jeden ein zwingender Grund sein, die Blumen nicht zu pflücken, es gemahnt aber jeden von uns daran, dass die Natur endlich ist und wir gut daran tun, mit unserer Umwelt pfleglich umzugehen.

Text: Brigitte Spahr , Fotos: Eberhard Mayer (Steinenfurt 30.03.20), Peter Freitag / pixelio.de


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