Winter 2011 Albblick Gelb- / Goldstern Karcherbirnenernte

Die Biotopkartiergruppe Filderstadt

ist eine ehrenamtlich tätige Arbeitsgruppe von Bürgern, die sich im Natur- und Artenschutz und der Landschaftspflege in Filderstadt engagieren.

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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

März 2017: Die Waldohreule ( Asio otus )

Waldohreule

Die Waldohreule lebt - wie fast alle Eulen - sehr heimlich und versteckt. Das und ihre nächtliche Lebensweise sorgen dafür, dass sie für uns Menschen fast unsichtbar ist. Wobei der Name dieser Eulenart in zwei Punkten irritierend ist: Zum einen lebt sie nicht nur im Wald, sondern z. B. auch in Parks, auf Friedhöfen oder in großen, alten Gärten. Zum anderen sind die sichtbaren Federbüschel auf dem Kopf keine Ohren. Damit sieht sie aber wie eine kleine Version des Uhus aus. Bei diesen sog. "Federohren" der Eule handelt es sich nicht wirklich um Ohren. Diese befinden sich wie bei jeder anderen Eule auch, jeweils rechts und links des Schädels unter den Federn versteckt. Wozu aber die "Federohren" wirklich dienen, hat die scheue Eule noch nicht verraten.

Ihre Anwesenheit verrät die Eule am ehesten rufend durch ein leises, monotones "Huh". Das ist der Reviergesang des Männchens, der im zeitigen Frühjahr zu hören ist. Gesehen hat man die Eule dadurch aber noch lange nicht. Ihr gelblich braunes Gefieder mit rindenähnlicher Marmorierung und ihre Bewegungslosigkeit tarnen sie hervorragend.

Als Waldohreulenrevier kommen offene, überschaubare Gebiete wie etwa Felder, Wiesen und Niedermoore mit niedrigem Bewuchs in Frage, auf denen ein hoher Mäusebesatz als Nahrungsquelle dient. In der Nähe der Offenflächen müssen lichte Waldränder, S treuobstwiesen oder Heckenraine zu finden sein. Im Inneren von dichten Wäldern suchen wir sie vergeblich.


Sie ist gar nicht selten und in Europa weit verbreitet. Auch bei uns in Filderstadt kommen Waldohreulen an verschiedenen Standorten vor und jährlich gibt es an mehreren Stellen Nachwuchs.

Abhängig von Nahrungsangebot und der Witterung kann im März bis in den April hinein in einem ehemaligen, verlassenen Krähen- oder Elsternest gebrütet werden. Eulen bauen selber keine Nester. Bereits mit dem ersten Ei beginnen Eulen mit dem Brüten. Die weiteren Eier werden im Abstand von 1 - 2 Tagen gelegt. Nach fast einem Monat schlüpfen durchschnittlich 4 bis 6 junge Waldohreulen - im Abstand, wie die Eier gelegt wurden. So dass in einem Nest verschieden große Jungvögel anzutreffen sind. Von denen aber vielleicht nur die Hälfte das erste Lebensjahr erreicht. Für die Nahrungsbeschaffung ist das Eulenmännchen zuständig. Das Weibchen für die Betreuung der Jungvögel im Nest. Nach etwa 3 Wochen werden aus den Nestlingen sog. Ästlinge. Das bedeutet, die noch flugunfähigen Jungeulen verlassen das Nest, verteilen sich auf den umliegenden Ästen und klettern durch das Gezweig. Diese Kletteraktivitäten verlegen die kleinen Eulen meist in die Dämmerungsstunden. Mit Glück bekommt man sie dabei zu sehen. Diese Körperertüchtigung auf Eulenart ermöglicht es ihnen, nach etwa 5 Wochen eine "ausreichende" Flugfähigkeit zu trainieren.

Wer nahe am Waldrand wohnt könnte schon einmal junge Waldohreulen gehört haben. Ein hohes, klagendes Fiepen, das abwechselnd von verschiedenen Positionen ausgehend und oft die ganze Nacht in regelmäßigen Abständen von 5 bis 10 Sekunden ertönt, verrät sie. Bei diesen weithin zu hörenden Tönen handelt es sich um bettelnde Waldohreulen-Ästlinge. Sie machen so lautstark auf sich aufmerksam, damit die Elterntiere ihnen Futter zutragen.

Die außerhalb der Brutzeit eher einzelgängerische Waldohreule kann unter dem Druck harter winterlicher Verhältnisse ihre scheue Zurückhaltung aufgeben und ihr angestammtes Versteck verlassen, um auf sog. Wintersammelplätzen zuweilen mitten in einer Ortschaft aufzutauchen. Auf solchen winterlichen Tageseinständen, etwa auf Friedhöfen oder auf Alleebäumen, können dann durchaus einmal viele Waldohreulen gemeinsam zu bewundern sein.

Text: C. Simon, Foto: U. Simon "Waldohreule in der Haberschlaiheide FS-Bonlanden"


Hinweis:

Die vorhergehenden Beiträge dieser Rubrik "Art des Monats" können jahrgangsweise oder einzeln im Archiv (hier klicken) dieser Homepage nachgelesen werden.


 

Neues auf der Homepage:

 

Januar 2017: Fortbildung/Naturkundl. Reisen:
  • Foto-Dokumentation der Estlandreise vom 10. bis 21. Mai 2016

September 2016: Fortbildung/Naturkundl. Reisen:
  • Dokumentation der Estlandreise von 2016 (10. bis 21. Mai)
März 2016: Fortbildung/Naturkundl. Reisen:
  • Präsentation "Landschaften und Flora" der Israel-Reise von 2014 (E.Mayer, B&H.Spahr, R.Mack)

Juni 2016: Fortbildung/Exkursionen:
  • Biotoper-Exkursion ins Rhein-Neckar-Gebiet vom 10. bis 12. Juni 2016

April 2016: Fortbildung/Spechttagungen:
  • Limericks von David Eggeling zur Spechttagung 2016 in Kirkel (Saarland)

 


 

Besondere Beobachtungen / Entdeckungen (neueste zuerst)

* am 25.01.2017: 1 Rebhuhn-Balzruf (!) im Gew. Hummelberg/Bernh. (J.Illi)

* am 24.01.2017: 22 Saatkrähen mitten im Ort/Lange Str. in Sielm. (E.Mayer)

* am 19.01.2017: 1 Kornweihe M in Feldern Harthsn.-> Grötz. (E.Mayer)

* am 17.01.2017: 1 Zilpzalp (!) in Gebüsch am Ortsrand Platt. (C.Simon)

* am 16.01.2017: >150 Hänflinge in Sonnenblumenfeld, Rötlen/Sielm. (A.Calmb./E.Mayer)

* am 16.01.2017: >40 Saatkrähen auf frisch gepflügtem Acker, Rötlen/Sielm. (A.Calmb./E.Mayer)

* am 09.01.2017: 1 Kornweihe W in Feldern Brandfeld/Harthsn. (A.Calmb./E.Mayer)

* am 05.01.2017: 12 Rebhühner an Heckensaum Hüttenweg/Sielm. (E.Mayer)

 

* am 30.12.2016: 1 Gartengrasmücke (!) in Hecke/Ortsrand Harth. (J.Staffeldt)

* am 29.12.2016: 1 Kornweihe M in Feldern Leerer Sack/Sielm. (E.Mayer)

* seit 20.12.2016: 4-mal je 1 Silberreiher in Feldern Harth./Ri. Grötz. (J./B.Förderreuther)

* am 18.12.2016: 10 Krickenten am Steppachsee/Bernh. (M.Hoffmann/E.Mayer)

* ab 08.12.2016: erste Bergfinken am Waldrand/Reichenbachtal (E.Mayer)

* am 05.12.2016: 1 Rotdrossel in Obstw. Herrenholz/Bonl. (E.Mayer)

* am 03.12.2016: 1 Singdrossel noch in Obstw. Emerland/Bernh. (E.Mayer)

* am 03.12.2016: 1 Star noch singend in Obstw. Scherlach/Platt. (E.Mayer)

* am 20.11.2016: 3 Kiebitze in Feldern Pfefferäcker/Sielm. (E.Mayer)

* am 13.11.2016: 3 Silberreiher überfliegend am Steppachsee/Bernh. (E.Mayer)

* am 13.11.2016: 2 Nilgänse am Ufer Steppachsee/Bernh. (E.Mayer)

* am 12.11.2016: 1 Kleinspecht in Weiden am Altenheim-Park/Platt. (E.Mayer)

* ab 31.10.2016: 20 - 60 Saatkrähen in Mühlwiesen und Gehrn/Sielm. (E.Mayer)

* ab 31.10.2016: 4 - 6 Dohlen in Mühlwiesen und Gehrn/Sielm. (E.Mayer)

* am 09.10.2016: 11 Rohrammern in Zwischensaat Pfefferäcker/Sielm. (E.Mayer)

* am 25.09.2016: 7 Feldsandlaufkäfer an Trockenbiotop b. Bärensee (B.Förderreuther)

* am 23./24.09.16: Sumpfschrecken im Sandbühl u. Feuchtwiesen Sielm. (B.Förderreuther)

* am 17.09.2016: noch 2 Baumfalken im Weilerhau/Platt. (C. & U.Simon)

* am 10.09.2016: 3 Braunkehlchen in Feldern Esslinger Weg/Bernh. (E.Mayer)

* am 10.09.2016: 2 Steinschmätzer auf kahlem Feld Hummelberg/Bernh. (E.Mayer)

* am 09.09.2016: Larve Großer Leuchtkäfer im Bechtenrain-Steinbruch (B.Förderreuther)

* am 01.09.2016: Verkannter Grashüpfer (Chorthippus mollis) auf Aicher Heide (B.Förderreuther)

* am 30.8./10.9.16: je 2 Herbstmosaikjungfern am Tümpel/Reichenbachtal (A.Calmb./E.Mayer)

* am 30.08.2016: viele Ameisenlöwen-Trichter bei Pfeilern unter Aichtalbrücke (B.Förderreuther)

* am 25.08.2016: Sumpfschrecke (Stethophyma grossum) auf Waldheide b. Bärenhütte (B.Förderreuther)

* am 24.08.2016: Heidegrashüpfer (Stenobothrus lineatus) auf Aicher Heide (B.Förderreuther)

* am 21.8./1.9.16: je 1 Gebänderte Prachtlibelle am Steppachsee/Bernh. (E.Mayer)

* am 13.8./30.8.16: Sumpfschrecken bei Walzen- u. Mäulesmühle/Siebenmühlental (B.Förderreuther)

* am 08.08.2016: 9 Gelbbauchunken in Tümpeln am Hauweg/Platt. (B.Förd./E.Mayer)

* am 06.08.2016: 2 Becherjungfern am Bombachwiesen-Teich/Bonl. (E.Mayer)

* am 27.07.2016: 11 Salamander-Larven in Brunnen am Uhlberg (B.Förd./E.Mayer)

* am 13.7./19.8.16: Kl. Goldschrecken (Euthystira brachyptera) auf Aicher Heide/Wengert (B.Förderreuther)



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