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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

Juli 2021: Der Große Wiesenknopf ( Sanguisorba officinalis )

 

Wiesenknopf

Der Große Wiesenknopf, Blume des Jahres 2021, ist eine krautige Pflanze welche zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört. Seine Blätter sind gefiedert, die einzelnen Fiederblättchen (in der Regel drei bis sechs Fiederpaare) sind eiförmig, laufen spitz zu und haben einen deutlich gesägten Rand. Sie stehen wechselständig und zeigen oberseits einen kräftigen dunkelgrünen Farbton. Die Unterseite ist blaugrün bis gräulich gefärbt.
Trotz einer Wuchshöhe von 50 bis 120 cm fällt der Große Wiesenknopf außerhalb der Blütezeit oftmals nicht besonders auf. Steht er doch in feuchten Hochstaudenfluren und auf frischen bis feuchten Wiesen mit großem Blüten- und Strukturreichtum. Solche Wiesen und Weiden sind auch unter dem Begriff extensives Grünland bekannt, für welches der Große Wiesenknopf als typischer Vertreter steht. Mehr noch, er gehört sogar zu den wertbestimmenden und kennzeichnenden Arten für die Lebensraumtypen ‚Brenndolden-Auenwiesen' und ‚Magere Flachland-Mähwiesen' der FFH-Richtlinie. Und das aus gutem Grund.

Mit der Unscheinbarkeit ist es nämlich ab Mitte Juni bis in den September hinein vorbei. In diesem Zeitraum blüht der Große Wiesenknopf und präsentiert seine auffälligen, kräftig dunkelrot leuchtenden Blütenköpfchen. Diese sind aus 20 bis 40 Einzelblüten zusammengesetzt welche sich stets von oben nach unten öffnen. Bestäubt wird der Große Wiesenknopf durch eine Vielzahl von Insekten, die seine Blüten besuchen. Zur Not ist aber auch eine Selbstbestäubung der zwittrigen Blüten möglich. Die Vermehrung der Pflanze geschieht über die im Herbst ausgebildeten Nussfrüchte, die durch Wind, Wasser oder Tiere verbreitet werden. Daneben besteht für den Großen Wiesenknopf auch die Möglichkeit zur Ausbreitung mittels Rhizome. Diese werden gleichzeitig auch als Speicher- Überdauerungsorgan für den Winter genutzt.

Der Große Wiesenknopf ist über den ganzen eurasischen Kontinent verbreitet, jedoch nicht flächendeckend. Er bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte in feuchten Wiesen vom Hügelland bis in die subalpinen Höhenstufen. In Deutschland liegt sein Verbreitungsschwerpunkt im Süden. Im Norden dagegen findet man ihn nur vereinzelt. Doch auch im Süden verzeichnet der Große Wiesenknopf merklich Verluste durch den Rückgang der extensiven Grünlandnutzung.

Ameisenbläuling

Mit der Kür zur Blume des Jahres will die Loki Schmidt Stiftung auf diesen Rückgang aufmerksam machen. Der Großen Wiesenknopf ist dabei ein Paradebeispiel für die vielgestaltigen Beziehungen zwischen den Pflanzen- und Tiergesellschaften des extensiven Grünlands. Weithin bekannt ist beispielsweise sein Verhältnis zu den Wiesenknopf-Ameisenbläulingen. Diese Schmetterlinge sind, wie ihr Name schon verrät, zwingend auf den Großen Wiesenknopf angewiesen. Verschwindet dieser, fehlt ihre Lebensgrundlage. Der Erhalt einer einzelnen Art sichert somit vielen weiteren Arten das Überleben.

Quelle: Loki-Schmidt-Stiftung Blume_des_Jahres_2021_Wiesenknopf

Text: Juliane Körner, Zeichnung: Jutta Ende - Loki-Schmidt-Stiftung, Foto: Bernhard Holoch


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