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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

August 2018: Die Gemeine Skorpionsfliege ( Panorpa communis )

Skorpionsfliege

Von den weltweit etwa 100 Arten leben 5 davon in Mitteleuropa, darunter die besonders häufige, etwa 18 mm lange Gemeine Skorpionsfliege.

Einen Weinberg am Uhlberg zu betreiben macht allein deshalb besondere Freude, weil es immer wieder Bekanntes und Neues zu beobachten und zum Staunen gibt. Ein Tier, das fliegen kann und einen Hinterleib hat wie ein Skorpion?? Seltsam. Gründliche Recherche führt zum Benennen-Können. Und schwups wird die Gemeine Skorpionsfliege im darauffolgenden Winter auch noch zum Insekt des Jahres 2018 gekürt, das ist hier doch allemal ein näheres Beschreiben wert:

Wie alle Schnabelfliegen besitzen Skorpionsfliegen einen rüsselartigen verlängerten Kopf mit kauend-beißenden Mundwerkzeugen. Die vier großen, netzartig geäderten und oft dunkel gefleckten Flügel werden in Ruheposition flach nach hinten angelegt. Wirklich fliegen kann es trotzdem nicht. Scheucht man es auf, dann fliegt es nur ein paar Meter weit und landet schnell wieder. Die beiden Geschlechter sehen sehr verschieden aus: Beim Weibchen ist das Hinterleibsende zugespitzt und dient als Legeröhre. Aus dem Hinterleib des Männchens ragt eine Art Stachel - eben wie bei einem Skorpion, welches meist nach oben gekrümmt getragen wird. Es beinhaltet eine Drüse, die ein Sexualpheromon produziert.

Die Skorpionsfliegen halten sich im Sommer vor allem in schattigen Bereichen, vor allem in Büschen auf. Sie ernähren sich überwiegend von toten und verletzten Insekten, von Honigtau, den Blattläuse ausscheiden, oder manchmal auch von Nektar und Früchten, was das Vorkommen im Weinberg im September erklärt.

Es wird auch berichtet, dass sie auf Spinnfäden laufen können, dort sich verfangene Insekten schnappen können und selbst nicht von den Spinnen attackiert werden.

Wenige Tage nach der Paarung werden die Eier vom Weibchen in lockere Erde abgelegt. Die Larven leben in der Erde, ähneln Raupen und ernähren sich von Aas toter Insekten, sowie Pflanzen. Nach vier Häutungen erfolgt die Verpuppung in Erdhöhlen. Die oben genannte Art bildet zwei Generationen im Jahr, wobei die zweite als verpuppungsreife Larve überwintert.

Also keine Angst, sich dieses gefährlich anmutende Insekt auf die Hand setzen zu lassen, es tut dem Menschen nichts (allerhöchstens -aber hoffentlich nicht- andersherum).

Faszinierend, was bei uns so fliegt!

Text und Foto: M. Schacke-Schreiber


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