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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

Juli 2018: Der Augentrost ( Euphrasia officinalis ssp. rostkoviana )

Augentrost

Der Augentrost ist ein Rachenblütler und gehört in die Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). Die Pflanze wird 10 bis 20 cm hoch. Sie hat zahlreiche kleine weiße Blüten mit violetten Streifen und einem gelben Schlundfleck. Die gegenständlichen Blätter sind dunkelgrün, eiförmig und zur Spitze hin scharf gezähnt. Zu finden ist die Pflanze auf kargen Böden, an Wegrändern, Trockenrasen und auf kalkarmen Heiden.

Euphrasia (griechisch) bedeutet Frohsinn, Wohlbefinden. Volkstümliche Bezeichnungen sind Augenkraut, Augentrost, Augenklar u.ä. Diese Namen deuten darauf hin, dass die Pflanze unseren Augen gut tut. Optisch sind die hübschen weißen Blüten ein wahrer Augenschmaus. Doch hier ist eher die pharmazeutische Wirkung gemeint. Als Euphrasia-Augentropfen hilft ein Auszug aus der Pflanze gut bei Lidrand- und Bindehautentzündungen. Schon Leonhard Fuchs beschrieb die Heilpflanze in seinem Kräuterbuch von 1543. Ende des 15. Jahrhunderts empfahl Hildegard von Bingen den Augentrost gegen Husten, Katarrh, Kopfschmerzen und verschiedene innere Krankheiten, sogar gegen Gelbsucht.

Augentrost

In diesem Sinne gilt die Droge - der Apotheker bezeichnet alle getrockneten Teile einer Pflanze als Droge - heute als obsolet, d.h. die Heilwirkung konnte nicht nachgewiesen werden und das Kraut wird deshalb nicht mehr verwendet. Sebastian Kneipp dagegen empfahl den Augentrost neben der Anwendung am Auge auch als magenstärkendes Mittel, was wegen der Gerb- und Bitterstoffe, die in geringen Mengen enthalten sind, durchaus begründbar ist.

Es gibt aber auch Bezeichnungen, die den Augentrost nicht so vorteilhaft aussehen lassen. Im Volksmund wird er auch Milchdieb, Weidedieb und Wiesenwolf genannt. Der Grund dafür liegt in der parasitären Lebensweise des Augentrostes. Die Pflanzen sind Halbschmarotzer (Semiparasiten), dringen in die Wurzeln von Weidegräser ein, entziehen ihren Wirtspflanzen Wasser und Nährstoffe und behindern deren Wachstum. Bei größerem Vorkommen wird der Futterertrag gemindert und in Gegenden mit ausgeprägter Milchwirtschaft schätzt man deshalb den Augentrost nicht sehr.

Als einzigen Standort in Filderstadt finden wir den Augentrost sehr zahlreich und stellenweise flächendeckend auf der Haberschlai-Heide, wo die Pflanzen von Juni bis in den späten Oktober zu bewundern sind.

Text und Foto: B. Spahr


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