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Die Biotopkartiergruppe Filderstadt

ist eine ehrenamtlich tätige Arbeitsgruppe von Bürgern, die sich im Natur- und Artenschutz und der Landschaftspflege in Filderstadt engagieren.

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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

Juni 2019: Die Senf-Blauschillersandbiene ( Andrena agilissima )

Wildbiene

In diesem Monat soll es um einen Auftrag gehen, die in Filderstadt noch nicht kartierte, deswegen noch nicht fotografierte Wildbiene des Jahres 2019 zu suchen.

Sie bevorzugt eigentlich die tieferen, wärmegeprägten Lagen, aber da sie auf Grund ihrer Nahrungsansprüche fast ausschließlich in Ackerbaugebieten vorkommt und die Fildern an zwei kartierte Punkte angrenzt, können wir durchaus der Wildbiene des Jahres 2019 begegnen.

Verbreitung

 

 

 

 

AUSSEHEN:

  • Blauschimmer (!) auf Flügel und Hinterleib
  • 13 - 15 mm (beachtlich!), beide Geschlechter
  • Schneeweiße Haarbüschel an den letzten Hinterleibsringen, den Hinterbeinen (bei weiblich), als seitliche Fransen am Ende des Brustteils sowie der Kopfbehaarung
  • Die Lieblingsnahrung ist Ackersenf, weswegen bei den sammelnden weiblichen Tieren die Pollenhöschen blaß gelb gefärbt sind.

LEBNSWEISE:

Die weiblichen Tiere sammeln ausschließlich auf Kreuzbütlern Pollen, sind also hoch spezialisiert. Raps, Weiß-Senf, und der immer beliebter werdende Leindotter gehören auch zu den besuchten Blüten. Bis zu 1 km fliegt sie zur Nahrungssuche. Besonders die Männchen sind rasante Flieger, worauf sich der Name "agilissima" bezieht. Die als voll entwickeltes Insekt überwinternde Art fliegt von etwa Anfang Mai bis Anfang Juli und bildet eine Generation im Jahr. Wie alle Sandbienen bauen die Weibchen ihr Nest im Erdboden. Sie graben Hohlräume bevorzugt an regengeschützten Plätzen. Löß-Steilwände, wie wir sie bei unserer Jahres-Exkursion in den Kaiserstuhl im Mai diesen Jahres gesehen haben, gibt es (nicht mehr) auf den Fildern, aber offene Bodenstellen an Wegrändern, Waldsäumen, Flußufern, trockene Mager- und Fettwiesen gehören auch zu ihrem Lebensraum. Selbst in Mauerfugen wurden Nester mit an die 100 Weibchen beobachtet.

Wildbienen-Hotel

Die Art braucht einerseits zur richtigen Zeit genügend blühende Futterpflanzen in erreichbarer Nähe. Helfen könnten im März ausgesäte Arten, die auch nach der Rapsblüte noch Nahrungsquelle sind. Wenn schon keine ganzen Äcker mehr, dann überall anders. Selbst streifenförmig im Hausgarten oder an Ackerrändern freut es dies Bienenherz. Andererseits sind geeignete Nistmöglichkeiten gesucht, weil rar geworden. Offenes Bodengefüge ist nicht nur dreckig sondern wertvoll für diese und andere Arten. Störungen außerhalb der Vegetationszeit zu schaffen ist ein Bienenhotel der saumäßig erdigen Art.


Wenn Sie die Senf-Blauschillersandbiene auf Ihren Streifzügen durch die Natur entdecken, freut sich das bdj@wildbienen-kataster.de über eine Meldung, am allerliebsten mit Foto. Und wir Biotopkartierer natürlich erst recht.

Text: Marion Schacke-Schreiber, Fotos: .Wildbienen-Kataster.de R. Burger (1), (2), M. Schacke-Schreiber (3)


Hinweis:

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