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Die Biotopkartiergruppe Filderstadt

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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

März 2019: Die Feldlerche ( Alauda arvensis )

Die Feldlerche fasziniert uns Menschen seit Jahrhunderten: der "Himmelsvogel" wird als Frühlingsbote und als virtuoser, ausdauernder Sänger in vielen Dramen, Gedichten und Liedern gefeiert und verehrt.

Feldlerche

Was ist eigentlich das Besondere an diesem ursprünglichen Allerweltsvogel? Was macht ihn für den Menschen so bedeutungsvoll, ja einzigartig?

Es ist vor allem der himmelhoch jauchzende Gesang der "Lerche" - hier einige erstaunliche Details zu dieser Eigenschaft:

  • Der charakteristische, steil aufsteigende Singflug startet aus dem Stand und kann bis zu Höhen von 50 bis 150 Metern (!) führen.
  • Während des gesamten Singflugs, der meist zwei bis fünf Minuten andauert und dreimal je halbe Stunde wiederholt wird, kann die Lerche ununterbrochen trällernd, zirpend und rollend singen und dabei sogar noch Futter im Schnabel tragen!

Eine atemtechnisch unglaubliche Leistung dieses zierlichen Vogels!

  • Das wäre in etwa vergleichbar, wenn man von uns Menschen verlangen würde, im Laufschritt ein 20-stöckiges Hochhaus hinaufzurennen, dabei ein fröhliches Lied zu schmettern und nebenbei noch 2 Stückchen Schokolade zwischen den Lippen gepresst zu halten.

Aber: warum tut sich die Lerche eigentlich diese Kraftanstrengung an?
Andere Vögel singen doch auch, bleiben dabei aber bequem auf einem Ast oder dem Hausdach sitzen und finden trotzdem ihre angebeteten Partnerinnen!

  • Lerchen sind ursprüngliche Bewohner baumloser Steppen und anderer offener Landschaften, in welchen sie keine geeigneten, exponierten Singwarten finden. Ersatzweise versuchen deshalb die balzenden Männchen, den Damen ihrer Wahl mit einem beeindruckenden Singflug zu imponieren.

Wie sehen Feldlerchen aus? Wie ernähren sie sich?

  • Mit ihrem überwiegend graubraunen Gefieder sind sie sehr gut getarnt und am Boden dadurch kaum zu entdecken. Weiße Schwanzkanten und die weiße Unterseite kann man meist nur im Flug erkennen. Die kleine Federhaube auf dem Kopf wird nur zeitweise aufgestellt.
  • In der warmen Jahreszeit werden Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken erbeutet. Wenn die tierische Nahrung im Herbst/Winter knapp wird, wird die Lerche zum Veganer und ernährt sich von Sämereien und anderen, erreichbaren Pflanzenteilen.

Sind Lerchen ganzjährig bei uns zu sehen?
Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

  • In Zeiten der Klimaerwärmung kann man Feldlerchen fast ganzjährig bei uns beobachten. Als Kurzstreckenzieher weichen sie bei Wintereinbrüchen in wärmere Gefilde nach Westeuropa und in die Mittelmeerländer aus.
  • Ab Anfang April werden i.d.R. zwei Jahresbruten mit Gelegen von (2)3-5(7) Eiern begonnen, aus denen nach 11-12 Tagen die Jungen schlüpfen. Als Bodenbrüter sind die Gelege der Lerchen besonders gefährdet: Raubfeinde (z.B. Krähen, Füchse), intensive Landwirtschaft mit immer weniger Brachen und unwetterartige Niederschläge stellen eine ständige Gefahr für den Bruterfolg dar.

Welchen Lebensraum bevorzugt die Feldlerche? Wo kommt sie vor?

  • Als "Kulturfolger" ist die Lerche ein Bewohner unserer Agrarlandschaft. Sie braucht offenes Kulturland, also Äcker und Wiesen mit möglichst baumfreien Flächen und freier Sicht.
  • Ideal ist ein abwechslungsreiches Gemisch unterschiedlicher Anbauformen aus Getreide, Hackfrüchten, Brachen und Grünland. Bei intensivem, großflächigem Maisanbau hat die Feldlerche keine Überlebenschancen.

Wie steht es um den Bestand und die Verbreitung der Feldlerche?
Welche Gefährdungsursachen gibt es?

  • Vom ursprünglich weit verbreiteten Allerweltsvogel ist die Feldlerche inzwischen weit entfernt. Die Bestände sind landesweit seit 1989 um 75 % und in den letzten 25 Jahren um mehr als ein Drittel zurückgegangen; sie wird deshalb in der Roten Liste Baden-Württembergs als "gefährdet" eingestuft. Auch in Filderstadt kann man den jubelnden Gesang der Feldlerche immer seltener hören.
  • Aufgrund der anhaltenden Bestandsgefährdung hat der NABU die Feldlerche zum Vogel des Jahres 2019 ausgerufen.
  • Wie bei allen Feldvogelarten und Bodenbrütern nimmt die Bestands-Gefährdung bei den Lerchen weiter zu, was auf mehrere Ursachen zurückzuführen ist. In Filderstadt wirkt sich nicht nur die Intensivierung der Landwirtschaft negativ aus: gravierend ist in unserer "Boom-Region" auch der Lebensraumverlust durch Ausweisung ständig neuer Wohn- und Gewerbegebiete und durch die Zerschneidung landwirtschaftlich genutzter Flächen mit Neubau oder Ausbau von Straßen und Flughafen-Erweiterungen. Nicht ohne Grund finden wir in Filderstadt Feldlerchen-Reviere vor allem dort, wo noch größere zusammenhängende Landwirtschafts-Flächen vorhanden sind: z.B. östlich von Bernhausen, oder in den Ackerlandschaften um Sielmingen und Harthausen.

Quellen:
NABU - Die Feldlerche, Vogel des Jahres 2019
E.Bezzel - Handbuch Vögel (2006, BLV-Buchverlag München)

Text: E. Mayer, Grafik: Online-Vogelführer NABU


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