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Die Biotopkartiergruppe Filderstadt

ist eine ehrenamtlich tätige Arbeitsgruppe von Bürgern, die sich im Natur- und Artenschutz und der Landschaftspflege in Filderstadt engagieren.

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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

Juni 2018: Die Bechstein-Fledermaus ( Myotis bechsteinii )

Bechstein

Die - nach dem thüringischer Naturforscher Johann Matthäus Bechstein benannte - Fledermausart gilt mit einem Gewicht von 7-10 Gramm und einer Flügelspannweite von 25-29 cm in Mitteleuropa als mittelgroße Art. Auffällig sind die langen Ohren, die im Gegensatz zu den Langohrarten jedoch in der Mitte nicht durch eine Hautfalte verbunden sind.

In Baden-Württemberg ist die Bechsteinfledermaus nach BRAUN & DIETERLEN (2003) als verbreitete, aber nur mäßig häufige Art einzustufen. Auch in Filderstadt und in Leinfelden-Echterdingen ist die Bechsteinfledermaus zu finden, wie der Quartiernachweis in einem Nistkasten im Bereich Sandbühl/Gutenhalde zeigt. Die Bechsteinfledermaus gilt als Waldart, wobei sie Laubwaldbereiche und hier vor allem Buchenaltholzbestände bevorzugt. In Süddeutschland besiedelt sie jedoch auch gerne waldnahe Streuobstwiesen.

Die Sommerquartiere befinden sich in Baumhöhlen und Stammabrissen, aber auch in Nistkästen. Häufig ist ein Quartierwechsel zu beobachten. Die Art jagt vor allem in geschlossenen Waldbereichen und in waldnahen Streuobstwiesen. Der Jagdflug erfolgt dabei sehr strukturgebunden. Offene Bereiche werden offenbar gemieden. Die Ortungs- und Suchrufe sind kurz und stark frequenzmoduliert. Der Frequenzbereich reicht 30-90 kHz von mit einer Hauptfrequenz von ca. 35-50kHz, bei einer Ruflänge von ca. 2-4 ms in halboffenem Gelände. Die Rufe sind meistens jedoch nicht von denen anderer Myotis-Arten zu unterscheiden.

Zur Artbestimmung sind in den meisten Fällen Sichtnachweise oder Netzfänge erforderlich. Die Jagdhabitate liegen zumeist in näheren Umfeld (1 km Umfeld) der Quartiere. Saisonale Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartier bewegen sich demnach in einer Entfernung von größtenteils unter 50 km (BRAUN & DIETERLEN 2003; STEFFENS, ZÖPHEL & BROCKMANN 2004). Hier liegt der überwiegende Teil der Ortswechsel in einem Bereich von 10-30 km. Als Winterquartiere dienen sowohl unterirdische Quartiere, wie Höhlen und Stollen als auch Baumhöhlenquartiere.

Die Bechsteinfledermaus gilt sowohl landes- wie auch bundesweit als stark gefährdet und wird in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie als europaweit schützenswerte Fledermausart geführt. Als Hauptgefährdungsursache ist der Verlust geeigneter Quartierbäume zu sehen.

Literatur
BRAUN; M. & DIETERLEN, F. (HRSG.) (2003): Säugetiere Baden-Württembergs. Ulmer Verlag Stuttgart
DIETZ, C. HELVERSEN, O.V. & NILL, D. (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas
Kosmos Naturführer Franckh-Kosmos Verlags GmbH Stuttgart
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (HRSG) STEFFENS, R.; ZÖPHEL, U. & BROCKMANN, D. (2004):
40 Jahre Fledermausmarkierungszentrale Dresden. Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege.

Text und Foto: P. Endl


Hinweis:

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Besondere Beobachtungen / Entdeckungen (neueste zuerst)

 

Bemerkenswerte Moos-Funde des Experten Uwe Schwarz (Bernhausen):

* Sept./Okt.2017: Sitzendes Tagmoos Ephemerum sessile > Gew. Lerchenäcker/Bromberg/Felle (erster gesicherter Nachweis für Bad.-Württ.!)

* Aug. - Okt.2017: Bruchblättr. Scheinglanzmoos Chenia leptophylla > Felder in allen Ortsteilen (Erstnachweis im Stuttgarter Raum)

* Aug.- Sept.2017: Krummblättr. Tagmoos Ephemerum recurvifolium > in Bernh./Sielm./Aichtal (Wiederfund im Stuttgarter Raum - zuletzt 1878!)

* Mai - Juni 2016: Brutblatt-Verbundzahnmoos Tortula pagorum > in Friedhof Bernh./Sielm. (in Bad.-Württ. hauptsächlich im Rheintal)

* am 23.09.2017: Einseitswendiges Verstecktfruchtmoos Cryphaea heteromalla > am Feldrand im Mahdenhau/Bonl. (bisher nur im nördl. Bad.-Württ. und im Rheintal)

* Aug. - Okt.2017: Flörkes Zwergglanzmoos Phascum floerkeanum > Feldränder in Bonl./Platt. (bisher hauptsächlich im nördl. Bad.-Württ.)

* am 23.09.2017: Krummstieliges Zwergmoos Seligeria campylopoda > auf Sandstein in der Schinderklinge

* am 19.06.2017: Weißhaubiges Goldhaarmoos Orthotrichum scanicum > am Waldrand im Mahdenhau/Bonl. (bisher unbekannt im Stuttgarter Raum)

* am 24.08.2017: Wimpern-Sternlebermoos Riccia ciliata > Feld b. Langenäckerhof/Platt. (bisher nur an 4 Stellen im nördl. Bad.-Württ. bekannt)

 

Weitere bemerkenswerte Tier- und Pflanzenarten (2017):

* am 23.12.2017: 2 Silberreiher auf Feldern zwischen Harth. >> Grötz. (B.Förderreuther)

* am 17.12.2017: 1 Silberreiher auf Feldern im Gew. Esslinger Weg/Bernh. (E.Mayer)

* am 17.12.2017: ca. 70 Saatkrähen auf Feldern im Gew. Benzenäcker/Sielm. (E.Mayer)

* am 10.12.2017: ca. 40 Hänflinge auf Brache im Gew. Lache/Sielm. (E.Mayer)

* am 25.11.2017: 38 Saatkrähen + 4 Dohlen auf den Mühlwiesen/Sielm. (E.Mayer)

* am 23.11.2017: 36 Kraniche ziehend am Uhlberg nach SW (E.Mayer)

* am 03.11.2017: 4 Krickenten am Ufer Steppachsee/Bernh. (E.Mayer)

* am 29.10.2017: 140 Kraniche ziehend über Feldern Grötz./Harthausen nach SW (B.Förderreuther)

* am 14.10.2017: 2 Steinschmätzer auf Sturzacker im Gew. Letten/Sielm. (E.Mayer)

* am 14.10.2017: 1 Braunkehlchen auf Koppel am Rohrbach/Sielm. (E.Mayer)

* am 13.10.2017: 3 Zwergtaucher kämpfend am Bärensee (E.Mayer)

* am 11.10.2017: 1 Fransenenzian blühend auf der Aicher Heide (U.Niklas)

* am 01.10.2017: 7 Dohlen auf Stoppelfeld im Gew. Leerer Sack/Sielm. (E.Mayer)

* am 01.10.2017: 7 Rohrammern in Jungsaat im Gew. Achgraben/Bernh. (E.Mayer)

* im Herbst 2017: Herbst-Drehwurz blühend auf der Aicher Heide (U.Niklas)

* am 25.09.2017: 2 Kolkraben streitend mit Bussarden am Waldrand Weilerhau/Platt. (B.Förderr.)

* am 25.09.2017: 5 Rotmilane ziehend nach Südwesten im Weilerhau/Platt. (B.Förderreuther)

* am 22.09.2017: 8 Rebhühner auffliegend am Harthäuser Weg/Sielm. (E.Mayer)

* am 21.09.2017: 1 Wanderfalke kreisend/übfl. am Bärensee (E.Mayer)

* am 15.09.2017: 2 juv. Baumfalken am Waldrand Weilerhau/Platt. (C.Simon)

* am 03.09.2017: 1 Ortolan auf Krautacker im Gew. Heidenfeld/Sielm. (E.Mayer)

* Aug./Sept.2017: Beifuß-Ambrosie am Teufelswiesenteich/Bonl. (Böcker/Niklas)

(wegen Gefahr durch Allergie-Auslösung entfernt!)



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