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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

Juli 2019: Echtes Johanniskraut ( Hypericum perforatum ) - Heilpflanze des Jahres 2019

Johanniskraut

Noch vor wenigen Jahren hing an vielen Bauernhäusern in Filderstadt außen vor dem Küchenfenster ein kunstvolles "Schüsselbrett". Neben trocknenden "Häfen" und zu kühlenden Speisen stand hier im Sommer auch oft ein Glaskolben mit einer roten Flüssigkeit. Die fleißige Hausfrau hatte im Juni Blütenknospen vom Johanniskraut gesammelt und in Öl eingelegt. Das im Sonnenlicht entstandene Rotöl war ein probates Mittel zur Wundheilung und bei seelischen Verstimmungen. Es wurde abgefüllt, dunkel gelagert und ganzjährig verwendet.

Echtes Johanniskraut, auch Hartheu genannt, trägt den lateinischen Namen "Hypericum". Der Zusatz "perforatum" deutet auf die mit kleinen Drüsen durchsetzten Blätter, die im Gegenlicht sehr gut zu erkennen sind. In diesen Drüsen befindet sich, ebenso wie in den Blüten, neben anderen Bestandteilen das rote Hypericin. Es stellt den Hauptwirkstoff des Johanniskrautes dar.

Echtes Johanniskraut wird bis 1 Meter hoch und blüht um die Sonnenwende schön gelb. Nach dem Johannistag (24. Juni) hat es seinen Namen. Bauern fürchten es, wenn das Vieh große Mengen an Johanniskraut aufnimmt. Die Haut der Tiere wird dann sehr empfindlich gegen Sonnenbrand. Man nennt dies eine phototoxische Reaktion.

Neben seinen wundheilenden Eigenschaften (Paracelsus: "Es ist nicht möglich, dass eine bessere Arznei für Wunden in allen Ländern gefunden wird") wird heute vor allem die antidepressive Wirkung genutzt.

Industriell wird dazu ein standardisierter Trockenextrakt gewonnen und in Tablettenform gegeben. Während der Therapie ist dringend darauf zu achten, dass Johanniskraut die Haut empfindlich gegen Sonneneinstrahlung macht. Ebenso regt Johanniskraut die Lebertätigkeit stark an, was zu starken Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln (z.B die Antibabypille oder Blutverdünnern) führen kann. Da die Wirkstoffe des Johanniskrautes nur wenig wasserlöslich sind, macht die Verwendung als Tee nur wenig Sinn.

Text: Carsten Wagner, Foto: Eberhard Mayer

Quellen:
Bäumler: Heilpflanzenpraxis heute, Urban/Fischer
Grünwald/Jänicke: Grüne Apotheke, GU


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