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Die Biotopkartiergruppe Filderstadt

ist eine ehrenamtlich tätige Arbeitsgruppe von Bürgern, die sich im Natur- und Artenschutz und der Landschaftspflege in Filderstadt engagieren.

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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

Juli 2017: Die Blindschleiche ( Anguis fragilis )

Blindschleiche

Oh, eine Schlange! Diesen Ausruf hört man immer wieder. Was sich dann aber am Boden „schlängelt“, entpuppt sich in den meisten Fällen als Blindschleiche.

Der lateinische Gattungsname Anguis bedeutet zwar Schlange, die Blindschleiche ist aber eine Echse, die im Laufe der Evolution ihre Beine rückgebildet hat. Schulter- und Beckengürtel sind am Skelett noch zu erkennen. Wie die Eidechsen kann auch sie ihren, mit mehreren Sollbruchstellen versehenen, Schwanz abwerfen (fragilis, lat., zerbrechlich). Während bei den Ersteren der Schwanz wieder nachwächst, bildet sich bei der Blindschleiche nur noch ein kleiner Stummel aus.

Eine weitere Gemeinsamkeit mit den Echsen sind die beweglichen Augenlider. Dadurch wirkt der Blick nicht so starr wie bei den Schlangen, die keine Lider besitzen. Blindschleichen können durchaus sehen. Der Name „Blind“ kommt von „blint“, was blenden oder schimmern bedeutet und die glänzende Färbung der Tiere beschreibt.

Das typische Züngeln dient der Aufnahme von Gerüchen. Die Duftstoffe bleiben an der Zunge hängen und werden vom sogenannten Jakobsonschen Organ, das am Gaumen sitzt, erkannt. Blindschleichen müssen zum Züngeln den Mund öffnen, was sich auch aus einigem Abstand gut erkennen lässt. Schlangen hingegen strecken die Zunge bei geschlossenem Mund durch eine Aussparung im Oberkiefer.

Die Lebensräume der Blindschleiche sind vielfältig. In der doch sehr ausgeräumten Kulturlandschaft Filderstadts kann sie dort überleben, wo noch Randstrukturen, wie Hecken, Böschungen, Steinhaufen usw. vorhanden sind. Weiter findet man sie in naturnahen Gärten und an Waldrändern.

Blindschleichen sind eher langsame Jäger. Ihre Hauptnahrung sind kleinere Nacktschnecken und Regenwürmer. Je nach Lebensraum werden aber auch Asseln, Spinnen, Insekten und deren Larven erjagt. Die Beute wird mit den kleinen Zähnchen festgehalten. Das Verschlingen kann je nach Größe der Beute minutenlang dauern. Unterwegs ist die Blindschleiche vor allem morgens und in den Abendstunden, gerne nach warmen Sommerregen.

Die Paarungszeit erstreckt sich von April bis Juni. Nach einer Tragzeit von etwa drei Monaten bringt das Weibchen meist drei bis zwölf Jungtiere zur Welt. Schon bei der Geburt, die mehrere Stunden dauern kann, befreien sich diese aus ihrer Eihülle, sind sechs bis neun Zentimeter lang und sofort selbstständig. Zumindest im Terrarium können Blindschleichen ein Alter von 20 Jahren erreichen. Im Freiland fallen jedoch viele von ihnen Greifvögeln, Krähen, Füchsen, Mardern, Wildschweinen und anderen Jägern zum Opfer. Jungtiere werden von Amseln, Kröten oder sogar großen Käfern gefressen. Im Siedlungsbereich droht zusätzlich Gefahr von Katzen und Hunden, dem Straßenverkehr und nicht zuletzt vom Rasenmäher.

Die Blindschleiche ist Reptil des Jahres 2017. Sie zählt nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu den „besonders geschützten Arten“. Da 10% ihres Gesamtareals in Deutschland liegen, hat unser Land hier eine besondere Verantwortung.

Je mehr man über dieses harmlose und nützliche Tier weiß, umso eher sollte man gewillt sein, seine Lebensräume zu erhalten. Ihm Versteck- und Überwinterungsplätze zu schaffen, Bretter, Steine oder Totholz liegen zu lassen und Bereiche mit höherem Gras oder gemäßigtem Wildwuchs zu dulden, damit der nächste freudige Ausruf dann heißt:“ Oh, schau mal, eine Blindschleiche!“.

Quelle: DGHT, Reptil des Jahres 2017, Blindschleiche

Text und Foto: Birgit Förderreuther


Hinweis:

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Neues auf der Homepage:

 

Mai 2017: Fortbildung/Exkursionen:
  • Biotoper-Exkursion nach Oberschwaben und ins Württ. Allgäu vom 19. bis 21. Mai 2017

 

Januar 2017: Fortbildung/Naturkundl. Reisen:
  • Foto-Dokumentation der Estlandreise vom 10. bis 21. Mai 2016

September 2016: Fortbildung/Naturkundl. Reisen:
  • Dokumentation der Estlandreise von 2016 (10. bis 21. Mai)

 

Besondere Beobachtungen / Entdeckungen (neueste zuerst)

 

* am 08.06.2017: 1 Mücken-Händelwurz vermutl. 1. Fund am Uhlberg (B.Spahr)

Gymnadenia conopsea

Mücken-Händelwurz [Varietät:weiß] (Gymnadenia conopsea)

 

* am 25.01.2017: 1 Rebhuhn-Balzruf (!) im Gew. Hummelberg/Bernh. (J.Illi)

* am 24.01.2017: 22 Saatkrähen mitten im Ort/Lange Str. in Sielm. (E.Mayer)

* am 19.01.2017: 1 Kornweihe M in Feldern Harthsn.-> Grötz. (E.Mayer)

* am 17.01.2017: 1 Zilpzalp (!) in Gebüsch am Ortsrand Platt. (C.Simon)

* am 16.01.2017: >150 Hänflinge in Sonnenblumenfeld, Rötlen/Sielm. (A.Calmb./E.Mayer)

* am 16.01.2017: >40 Saatkrähen auf frisch gepflügtem Acker, Rötlen/Sielm. (A.Calmb./E.Mayer)

* am 09.01.2017: 1 Kornweihe W in Feldern Brandfeld/Harthsn. (A.Calmb./E.Mayer)

* am 05.01.2017: 12 Rebhühner an Heckensaum Hüttenweg/Sielm. (E.Mayer)

 

* am 30.12.2016: 1 Gartengrasmücke (!) in Hecke/Ortsrand Harth. (J.Staffeldt)

* am 29.12.2016: 1 Kornweihe M in Feldern Leerer Sack/Sielm. (E.Mayer)

* seit 20.12.2016: 4-mal je 1 Silberreiher in Feldern Harth./Ri. Grötz. (J./B.Förderreuther)

* am 18.12.2016: 10 Krickenten am Steppachsee/Bernh. (M.Hoffmann/E.Mayer)

* ab 08.12.2016: erste Bergfinken am Waldrand/Reichenbachtal (E.Mayer)

* am 05.12.2016: 1 Rotdrossel in Obstw. Herrenholz/Bonl. (E.Mayer)

* am 03.12.2016: 1 Singdrossel noch in Obstw. Emerland/Bernh. (E.Mayer)

* am 03.12.2016: 1 Star noch singend in Obstw. Scherlach/Platt. (E.Mayer)

* am 20.11.2016: 3 Kiebitze in Feldern Pfefferäcker/Sielm. (E.Mayer)

* am 13.11.2016: 3 Silberreiher überfliegend am Steppachsee/Bernh. (E.Mayer)

* am 13.11.2016: 2 Nilgänse am Ufer Steppachsee/Bernh. (E.Mayer)

* am 12.11.2016: 1 Kleinspecht in Weiden am Altenheim-Park/Platt. (E.Mayer)

* ab 31.10.2016: 20 - 60 Saatkrähen in Mühlwiesen und Gehrn/Sielm. (E.Mayer)

* ab 31.10.2016: 4 - 6 Dohlen in Mühlwiesen und Gehrn/Sielm. (E.Mayer)

* am 09.10.2016: 11 Rohrammern in Zwischensaat Pfefferäcker/Sielm. (E.Mayer)

* am 25.09.2016: 7 Feldsandlaufkäfer an Trockenbiotop b. Bärensee (B.Förderreuther)

* am 23./24.09.16: Sumpfschrecken im Sandbühl u. Feuchtwiesen Sielm. (B.Förderreuther)

* am 17.09.2016: noch 2 Baumfalken im Weilerhau/Platt. (C. & U.Simon)

* am 10.09.2016: 3 Braunkehlchen in Feldern Esslinger Weg/Bernh. (E.Mayer)

* am 10.09.2016: 2 Steinschmätzer auf kahlem Feld Hummelberg/Bernh. (E.Mayer)

* am 09.09.2016: Larve Großer Leuchtkäfer im Bechtenrain-Steinbruch (B.Förderreuther)

* am 01.09.2016: Verkannter Grashüpfer (Chorthippus mollis) auf Aicher Heide (B.Förderreuther)

* am 30.8./10.9.16: je 2 Herbstmosaikjungfern am Tümpel/Reichenbachtal (A.Calmb./E.Mayer)

* am 30.08.2016: viele Ameisenlöwen-Trichter bei Pfeilern unter Aichtalbrücke (B.Förderreuther)

* am 25.08.2016: Sumpfschrecke (Stethophyma grossum) auf Waldheide b. Bärenhütte (B.Förderreuther)

* am 24.08.2016: Heidegrashüpfer (Stenobothrus lineatus) auf Aicher Heide (B.Förderreuther)

* am 21.8./1.9.16: je 1 Gebänderte Prachtlibelle am Steppachsee/Bernh. (E.Mayer)

* am 13.8./30.8.16: Sumpfschrecken bei Walzen- u. Mäulesmühle/Siebenmühlental (B.Förderreuther)

* am 08.08.2016: 9 Gelbbauchunken in Tümpeln am Hauweg/Platt. (B.Förd./E.Mayer)

* am 06.08.2016: 2 Becherjungfern am Bombachwiesen-Teich/Bonl. (E.Mayer)

* am 27.07.2016: 11 Salamander-Larven in Brunnen am Uhlberg (B.Förd./E.Mayer)

* am 13.7./19.8.16: Kl. Goldschrecken (Euthystira brachyptera) auf Aicher Heide/Wengert (B.Förderreuther)



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