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Die Biotopkartiergruppe Filderstadt

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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

September 2020: Der Steinpilz ( Boletus edulis )

Steinpilz-Ernte

Steinpilze zählen - auch auf den Fildern - zu unseren bekanntesten und beliebtesten Speisepilzen. Ihr Geschmack wird als angenehm nussig bezeichnet, weshalb sie in der Küche vielfältig Verwendung finden: angebraten oder gedünstet als Pilz-Hauptgericht, in kräftigen Soßen und Suppen oder als Beilage in Nudel-/Reisgerichten und Salaten. Getrocknet oder tiefgefroren können sie auch für längere Zeit haltbar gemacht werden. Gesammelte Steinpilze sollten auf jeden Fall schnell verarbeitet und zubereitet werden, denn Pilzfliegenlarven können einen Steinpilz innerhalb von 24 Stunden gänzlich madig machen.

Der Steinpilz gehört zu den Röhrlingen mit dichtem Stiel und festem Fleisch (Name!). Die verschiedenen Röhrlinge mit braunem Hut lassen sich am besten durch die Farbe ihrer Röhren unterscheiden: beim Steinpilz ist sie weißlich und färbt sich erst im Alter gelb bis olivgrün. Steinpilze zeigen beim Anschneiden keine Blauverfärbung - im Gegensatz zum Maronenröhrling, dessen Poren sich bei Druck meist schnell blau färben.

Alle Steinpilze stehen mit Waldbäumen in symbiotischer Verbindung. Fundorte sind offene Stellen in Buchen-Altholzbeständen, unter Eichen, an Waldrändern und an grasigen Waldwegen und Böschungen. Der Fichtensteinpilz, auch Herrenpilz genannt, ist in Mitteleuropa der meistgesuchteste Speisepilz; man findet ihn hauptsächlich im Nadelwald mit Fichtenbestand. Alle Versuche, ihn zu kultivieren, sind bisher erfolglos geblieben. Kiefernsteinpilze kommen schon im Frühjahr auf sandigen Böden in Kiefernwäldern vor. Das Fleisch ist weißlich und wird unter der Hutoberseite gelegentlich tief weinrötlich. Der gelbfleischige Steinpilz kommt meist unter Eichen vor, während der schwarze Steinpilz in Mitteleuropa in wärmebegünstigten Eichen- und Buchenwäldern zu finden ist. Die Hutfarbe ist dunkelbraun; er ist ebenfalls ein sehr guter Speisepilz.

Sommersteinpilze gibt es oft schon im Mai. Die Haupt-Wachstumszeit der Steinpilze liegt jedoch zwischen Juli und Oktober. Alle sieben Jahre kann es örtliche Massenvorkommen geben.

Steinpilz-Langerwald

Verwechslungsgefahr: Junge Gallenröhrlinge sehen dem Steinpilz oft sehr ähnlich. Zudem wachsen sie oft an Plätzen, wo im Vorjahr Steinpilze gestanden haben. Es ist deshalb ratsam, eine Geschmacksprobe zu machen, die sofort Klarheit schafft: Das Fleisch der Gallenröhrlinge schmeckt bitter und die Röhren sind mit zunehmendem Alter rosa gefärbt. Eine Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Satanspilz besteht bei uns eher nicht, denn er kommt auf den Fildern praktisch nicht vor (seine Röhren sind blut- bis orangerot gefärbt, die Hutfarbe ist hellgrau).


Text: Jürgen Staffeldt, Fotos: J. Staffeldt (Ernte / Uhlberg) , E. Mayer (Prachtexemplar / Langerwald)


Hinweis:

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