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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

September 2022: Der Fliegenpilz ( Amanita muscaria )

 

"Ein Männlein steht im Walde" - wer kennt es nicht, das berühmte Lied über den Fliegenpilz. Bekannt wurde das ursprüngliche Gedicht vor allem durch die Kinderoper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck.

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) hat den Fliegenpilz zum "Pilz des Jahres 2022" erklärt und ausgerufen. Diese bekannte und in vielen Jahren verbreitete Pilzart gehört zur Familie der Wulstblätterpilze. Man unterscheidet den Roten und den Braunen Fliegenpilz (Königsfliegenpilz); letzterer ist jedoch selten und kommt eher in montanen/submontanen Regionen vor. "Unseren" Roten Fliegenpilz findet man zwischen Juli und November in Nadelgehölzen und unter Birken, wo er eine Symbiose mit Bäumen eingeht. Fliegenpilze mögen saure Böden, ebenso wie Steinpilze.

Fliegenpilz

Eigentlich kann man den Fliegenpilz kaum mit anderen Pilzarten verwechseln: Die Pilze stehen oft in größeren Trupps zusammen. Ihr Hut ist ca. 8 - 20 cm breit, anfangs kugelig, später wird er flacher und leuchtet scharlachrot. Stiel, Fleisch und Lamellen sind weiß (unterhalb der Huthaut leicht gelblich). Die jungen Pilze sind noch von weißer Flockenhülle eingeschlossen. Wenn sie aufreißt, entstehen später die typischen weißen Warzen oder Schuppen, welche die rote Huthaut zieren. Starker Regen kann die Warzen wieder abwaschen. Der Geschmack des Pilzes ist angenehm und riecht schwach nach Kartoffeln - aber ist er nun giftig oder nicht ?

Der Fliegenpilz ist zwar mit den Knollenblätterpilzen verwandt, aber er ist kein tödlicher Giftpilz. Manche Menschen zeigten nach dem Verzehr keine oder nur schwache Symptome, typisch sind jedoch geweitete Pupillen, rasender Puls, bis hin zu Krämpfen und zentralnervösen Störungen. Deshalb gilt: Hände weg vom Fliegenpilz - kein Verzehr! Er ist zwar weniger giftig als der gefürchtete Knollenblätterpilz, aber er ist nicht harmlos.


Einige interessante Eigenschaften, Gerüchte und Volksmeinungen rund um den Giftpilz:

  • Gezuckerte und eingeweichte Stücke des "Mückenschwammes" dienten einst als Fliegenfänger; die lästigen Insekten fielen nach dem Genuss berauscht in die Flüssigkeit und ertranken.
  • In Nordeuropa macht man aus dem Pilz Rauschmittel. Die Samen (Lappen) haben diese Kenntnisse von den Rentieren erworben und legten große Wanderungen wegen der Pilze zurück: Die Rentiere fraßen die Pilzhüte, welche sehr hoch im Kurs standen.
  • Der Fliegenpilz ist neben dem Hufeisen und dem vierblättrigen Kleeblatt ein beliebtes Glückssymbol.

Quelle: Der Kosmos-Pilzatlas, Verlag Das Beste

Text u. Foto Jürgen Staffeldt


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