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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

November 2021: Das Sparrige Runzelbrudermoos - Moos des Jahres 2021 ( Rhytidiadelphus squarrosus )

 

Runzelbrudermoos

Das sparrige Runzelbrudermoos, auch sparriges Kranzmoos, ist eines der ersten Moose, die man kennenlernt, wenn man beginnt sich etwas intensiver mit Moosen zu beschäftigen. So ging es auch dem Autor vor 35 Jahren, als er seine ersten Moose gesammelt hatte.

Dass man beim Moose sammeln relative schnell auf diese Art stößt, ist auch nicht verwunderlich, da es zu den häufigsten Moosen in Deutschland gehört. Nur in den mitteldeutschen Trockengebieten, die im Regenschatten östlich des Harzes liegen, ist das Moos nicht zu finden.

Auch in Filderstadt gehört das Sparrige Runzelbrudermoos zu den häufigsten Moosen. In den Siedlungsbereichen ist es überall zu finden. Nur in den Wäldern in Richtung Aich und den landwirtschaftlich genutzten Bereichen kommt das Moos nicht vor. Maßnahmen zum Schutz sind nicht erforderlich.

Viele der Gartenbesitzer werden mit dieser Art schon Bekanntschaft gemacht haben. Es besiedelt sehr häufig schattige, feuchte Standorte in Rasen und kommt dort regelmäßig mit dem Spießmoos und dem Rauhen Kurzbüchsenmoos vor. An geeigneten Stellen kann es quadratmetergroße reine Rasen bilden. Neben diesen anthropogenen Standorten ist es auch in den Wäldern zu finden, besiedelt dort aber sonnigere Standorte an Waldwegen und Lichtungen.

Die Art ist auch für den Laien gut kenntlich. Die unregelmäßig verzweigten, rötlichen Stämmchen mit sparrig zurückgekrümmten Blättern lassen sich an den genannten Standorten mit keinem anderen Moos verwechseln.

Verbreitung in FS

Interessanterweise findet man bei dieser Art nur äußerst selten Sporenkapseln, die von den Moosen zur Vermehrung gebildet werden. Über die letzten Jahrzehnte hat der Autor nur einmal Pflanzen mit Kapseln gesehen. Dass das Moos trotzdem so häufig ist, liegt daran, dass sich die Art über Stengelbruchstücke vermehrt, die durch Tiere oder Wind verbreitet werden. Aus diesen bilden sich an geeigneten Standorten wieder neue Moospflanzen. Regelmäßiges Mähen ist in diesem Falle nicht schädlich, sondern hilft der Art sich weiter auszubreiten.

Abschließend drängt sich die von Hobbygärtnern oft gestellte Frage auf, wie man das Moos aus dem Rasen beseitigen kann. In den allermeisten Fällen wird man nicht erfolgreich sein. Als Lebensraum für Mikroorganismen ist es auch nicht angebracht, das Moos ganz aus den Gärten zu verbannen. Eine moderate Stärkung des Graswachstums und die Verminderung der Beschattung werden noch am besten helfen. Letztlich sollte man aber diesem überaus attraktiven und hübschen Moos einen Platz im eigenen Garten zugestehen.

Text, Foto und Verbreitungskarte: Uwe Schwarz


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