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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

August 2022: Die Sumpf-Schafgarbe ( Achillea ptarmica )

 

Sumpf-Schafgarbe

Die auf wechselfeuchten Wiesen wachsende und früher verbreitete Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica L.) ist auch in Verbreitungsatlanten Deutschlands, Bayerns und Baden Württembergs fast in allen Rasterquadranten der Werke präsent. Durch Drainage und Umbruch von Nasswiesen ist sie leider selten geworden, was durch die Punktrasterkarten nicht widergespiegelt wird. Im Stuttgarter Raum wird sie in der Flora als selten (Böcker et al. 2017) bezeichnet, im Filderstädter Umfeld ist sie mit bisher zwei Fundorten ebenfalls selten und in den Verbreitungsrastern der Flora ist sie nur in wenigen Feldern angegeben. In Baden-Württemberg fehlt sie auf der Schwäbischen Alb und im Voralpenraum.


Sumpf-Schafgarbe

Die Pflanze ist eine ausdauernde Staude mit einer Höhe bis zu 1,5 m in seltenen Fällen, meist um 80 cm hoch. Die sitzenden schmalen, fein gesägten Blätter sind 2 bis 7 mm breit. Die Blütenköpfchen sind zahlreich, wobei die weißen Randblüten mit bis zu 13 mm besonders ins Auge fallen.

Die Pflanze spielte im Volksglauben eine Rolle als ein Hexen und Teufel abweisendes Kraut (Krausch 2007). Bauhin (1598) erwähnt sie als erster für die Umgebung von Bad Boll. Als Gartenpflanze trat sie erst in Erscheinung, als man Ende des 16.Jhs. in England eine gefülltblühende Form entdeckte und in Gartenkultur nahm. Von Clusius (1601) wird Achillea ptarmica flore pleno erwähnt. Sie war damals in Gärten weit verbreitet. Von den botanischen Gärten zuerst gelangte sie in die Bauerngärten und ist dort als "Silberknöpfchen" oder "Hemdsknöpfchen" bis heute eine beliebte Zier- und Gartenpflanze.

Die Wildform wächst auf nähstoffreichen, kalkarmen Ton- oder Torfböden und steht gern an Bach- und Grabenrändern in Gesellschaft weiterer feuchteliebender Hochstauden wie Mädesüß, Akeleiblättrige Wiesenraute, Wasserminze und Blutweiderich.

Die Pflanze wird in den gängigen Florenwerken als nicht gefährdet eingestuft. Aufgrund des starken Rückgangs in den letzten Jahrzehnten ist diese Angabe zu hinterfragen.

Text: Reinhard Böcker, Foto: Eberhard Mayer



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